Straßenbahnwagen GTW-D8 der Würzburger Straßenbahn

Entwicklung des GTW-D8

In den Sechzigerjahren stieg das Fahrgastaufkommen weiter an, aber die bisherigen C-Wagen waren nicht in der Lage, diesem Rechnung zu tragen. Nur wenn der Fahrzeugpark modernisiert werden würde, unterstütze der Stadtrat die Erhaltung der Straßenbahn in Würzburg.

Erste Serie: Der erste Schritt zur Modernisierung des Wagenparks geschah 1966 mit dem Auftrag, bei Duewag zehn Sechsachser (GTW-D6) herzustellen, wobei BBC für die Elektroausrüstung verantwortlich war. Diese erste Serie bestand aus den Wagen 231 bis 240. Alle Wagen haben zwei Gleichstrom-Reihenschlussmaschinen mit einer Nennleistung von je 120 kW. Zwischen 1967 und 1968 lieferte Duewag die zehn sechsachsigen Fahrzeuge an die WSB aus, die übrigens für den damals noch üblichen Beiwagenbetrieb ausgelegt waren.

Zweite Serie: Die zweite Serie von 1975 bestand aus den diesmal achtachsigen Wagen 241 bis 248. Auch sie haben zwei Gleichstrom-Reihenschlussmaschinen, aber mit einer Nennleistung von je 150 kW. BBC kümmerte sich abermals um die elektrische Ausrüstung.

Umbau der Sechsachser

Die Sechsachser 231 bis 240 erweiterte die WSB im Jahre 1982 zu Achtachsern, indem neue Mittelteile — von Duewag geliefert — eingebaut wurden. Sie sind weitgehend baugleich mit denen aus der Achtachs-Serie von 1975. Es wurden die Beiwagen-E-Kupplungen entfernt, da der Betrieb mit Anhängern eingestellt wurde. Halbautomatische Zielbänder im Fahrzeug-Mittelteil und Armaturenbretter, die ebenfalls der zweiten Serie entsprechen, sind eingebaut worden. Nach oben scrollen

Einsatz

Lange Zeit waren die GTW-D8 die Flaggschiffe der WSB. Sie und die GT-H-Züge befuhren jahrelang das Schienennetz. Ab Ende 1989 kamen die GT-E als Ergänzung des Fuhrparks hinzu. Erst als LHB und Siemens die GT-N-Bahnen auslieferten, entfielen bald darauf alle Fahrzeuge des Typs GT-H, die größtenteils nach Arad verkauft wurden. Viele GTW-D8 stehen seit einigen Jahren abgestellt im Depot in der Sanderau sowie auf dem Heuchelhof. Es sind zurzeit nur noch wenige dieser alten Straßenbahnen im Einsatz: Wagen 236, 238, 243, 244, 245 und 246. Sie sind zu Stoßzeiten morgens und mittags auf den Linien 1, 2 und 4 anzutreffen. Der Steilstreckenabschnitt ist für die GTW-D8 wegen geringer Antriebs- und Bremsleistung, sowie dem Fehlen des Zugbeeinflussungssystems tabu. Alle 6 Düwag-Bahnen sollen auch weiterhin als Fahrzeugreserve Verwendung finden. Dafür erhielt Triebwagen 246 vor kurzem eine neue Hauptuntersuchung. Nach oben scrollen

Technische Daten

Bezeichnung: Achtachsiger Doppel-Gelenktriebwagen GTW-D8
Bauart: Achtachsiger Duewag-Doppel-Gelenktriebwagen
Fahrzeugnummern: 1. Serie: 231 - 240
2. Serie: 241 - 248
Baujahre: 1. Serie: 1967 - 1968
2. Serie: 1975
Hersteller: Duewag
Spurweite: 1.000 mm
Höchstgeschwindigkeit: 65 km/h
Anfahrbeschleunigung: 0,82 m/s²
Notbremsverzögerung: 3,0 m/s²
Achsfolge: B'2'2'B'
Fahrleitungsspannung: 750 V DC
Fahrmotoren: 1. Serie: 2 x 120 kW
2. Serie: 2 x 150 kW
Bremssysteme:
Leergewicht: 27 t
Platzangebot: 57 Sitzplätze, 83 Stehplätze (4 Pers/m²)
Länge / Breite / Höhe: 25.440 mm / 2.200 mm / 3.650 mm
Fußbodenhöhe: 880 mm

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Technische Zeichnung vom GTW-D8