News zur Würzburger Straßenbahn – 2020

Begrünung der Gleisanlage zwischen Dallenbergbad und Steinbachtal — 13.02.2020

Gleisbauarbeiten zwischen Steinbachtal und Dallenbergbad - Datum: 13.02.2020 - Copyright: André WerskeAnfang Februar diesen Jahres wurde der Schotteroberbau entlang der Mergentheimer Straße nachgestopft. Im nächsten Schritt werden aktuell Vorbereitungen getroffen, um die Gleisanlage wieder zu begrünen. Dazu installiert man Abstandhalter links und rechts der Schienenstränge, damit das Gras nicht zu dicht an die Schienenköpfe kommen kann. In der Vergangenheit waren Rillenschienen verlegt, wobei das Gras bis an die Schienen ragte. Es entstand gerade bei feuchter und herbstlicher Witterung ein Schmierfilm auf den Laufflächen, der den Bremsweg verlängerte und zum Sanden der Fahrzeuge zwang.

Wegen den Gleisbauarbeiten verkehren ab Mittwoch, 26.02.2020 bis Sonntag, 01.03.2020 jeweils von Betriebsbeginn bis Betriebsende Omnibusse.


18 neue Stadtbahnzüge für Würzburg bestellt — 15.12.2019

Im November 2018 startete die WSB eine EU-weite Ausschreibung von 18 Niederflur-Einrichtungs-Straßenbahngelenktriebwagen. Den Zuschlag erhielt der in Leipzig ansässige Straßenbahnhersteller Heiterblick GmbH. Dessen Fokus liegt auf Spezialanfertigungen. Maßgeschneiderte Fahrzeugkonzepte werden individuell nach Einsatzzweck entwickelt und die Sonderfahrzeuge anschließend in Leipzig produziert. Am letzten Montag unterzeichnete die WVV den Liefervertrag in Höhe von 65 Millionen Euro.

Die 18 Stadtbahnwagen bekommen die Typbezeichnung GT-F und werden die Betriebsnummern 215 bis 232 erhalten. Wegen den engen Kurvenradien entschied man sich für 5-teilige Fahrzeuge, die 36 Meter lang und 2,40 Meter breit sein werden. Das Eigengewicht wird mit 49,4 Tonnen angegeben. Die Motorenleistung liegt daher bei üppigen 760 Kilowatt, um problemlos die Steilstrecke zwischen Heidingsfeld und Heuchelhof befahren zu können. Die elektrische Ausrüstung liefert Voith Digital Solutions Austria aus St. Pölten. Für den mechanischen Teil inklusive der Drehgestelle sowie die Fertigung ist Heiterblick zuständig.

Die GT-F werden barrierefrei ausgeführt, wobei zwei große Sondernutzflächen pro Garnitur viel Platz für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder bieten sollen. Dennoch werden sie nicht zu 100 Prozent niederflurig sein, denn die Drehgestelle nehmen etwas Innenraum weg. Dementsprechend wird man offenbar nicht um Treppen im Innenraum herum kommen — siehe die Bilder der Konzeptstudie aus der Angebotsphase (Link am Ende des Artikels). Dafür bietet die Drehgestelltechnik ein angenehmes Fahrgefühl und verspricht einen geringen Verschleiß an Rad und Schiene — im Gegensatz zu den GT-N-Zügen, die bekanntlich ohne Drehgestelle auskommen.

Weitere Pluspunkte der neuen Straßenbahnen sind Infotainment-TFT-Monitore, USB-Ladesteckdosen und eine Klimaanlage, die den kompletten Zug temperiert. Der Fahrer wird sein Klima getrennt regeln können. Die Transportkapazität liegt bei 76 Sitzplätzen plus 6 Klappsitzen in den multimodalen Räumen sowie 147 Stehplätzen. Zum Vergleich: Ein GT-N hat 76 Sitz- und 78 Stehplätze, ein GT-E dagegen 78 Sitz- und 190 Stehplätze.

2022 sollen die ersten Züge anrollen und die Betriebsgenehmigung erhalten. Der Testbetrieb wird jedoch seine Zeit beanspruchen. 2023/2024 ist mit den letzten Garnituren der 18 GT-F-Züge zu rechnen. Die neuen Fahrzeuge werden zuerst die verbliebenen GTW-D8 sowie die GT-E-Stadtbahnwagen sukzessive ersetzen.

Zwei Illustrationen sind auf der Website der WVV zu finden.


Geweißte Schienenstege und -füße entlang der Steilstrecke — 01.05.2019

Geweißte Schienenstege und -füße - Datum: 01.05.2019 - Copyright: André WerskeEnder der Achtziger Jahre wurde die Steilstrecke der Linie 5 hinauf zum Stadtteil Heuchelhof gebaut und am 30. November 1989 in Betrieb genommen. Die Trasse weist Steigungen von bis zu 91 Promille auf, die von leistungsfähigen Adhäsions-Stadtbahnzügen befahren werden. Dieses 1,6 Kilometer lange Teilstück ist mit seiner aufwendigen Kettenoberleitung, der komplexen Energieversorgung und der Gleisanlage besonders anspruchsvoll.

Doch Gleise und Oberbau machten in der Vergangenheit immer wieder Schwierigkeiten. Durch die hohe Beanspruchung, wegen der Hanglage sowie der starken Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten kam es regelmäßig zu Verwerfungen, die zu einem Aufschaukeln der Fahrzeuge führte. Mehrfach mussten die Gleise ausgetauscht, nachgeschottert und gestopft werden. Vor einigen Jahren wurden etwa ein Drittel aller Schwellen mit Stahlkrampen arretiert. Mit dem Einbau von Dilatationsstößen (auch Schienenauszugsvorrichtungen genannt) werden zudem die Längskräfte der Schienen bei stark auftretenden Temperatureinflüssen ausgeglichen.

Doch nun probiert die Würzburger Straßenbahn wieder eine neue Methode aus, um die Schienenausdehnung in den Sommermonaten in den Griff zu bekommen. Die sonnenzugewandten Stege und Füße der Schienen wurden geweißt. Das Sonnenlicht wird wie bei Schnee stark reflektiert, weswegen sich die Schienen sich nicht so stark aufheizen — so die Theorie. In Italien beispielsweise wird ebenfalls von dieser Technik Gebrauch gemacht. Ob diese Art der Kühlung allerdings ausreicht, um die hiesigen Gleisverwerfungen in den Griff zu bekommen, wird sich erst in diesem Sommer herausstellen.


Zweiwöchige Streckensperrung Heidingsfeld – Rottenbauer — 12.04.2019

Streckensperrung wegen Brückendemontage - Datum: 12.02.2019 - Copyright: André WerskeWegen Abbrucharbeiten an der Autobahnbrücke im Steilstreckenabschnitt der Linien 3 und 5 wurde bereits an den Sonntagen 24. März sowie 7. April die Trasse zwischen Dallenbergbad und Rottenbauer für den Stadtbahnverkehr gesperrt. Ab dem morgigen Samstag, den 13. April wird der Stadtbahnbetrieb auf diesem Streckenabschnitt bis einschließlich Sonntag, den 28. April wieder eingestellt. Stattdessen wird ein Schienenersatzverkehr mit Omnibussen zwischen den Haltestellen "Dallenbergbad" und "Rottenbauer" via "Athener Ring" eingerichtet. Die Stadtbahnzüge der Linie 5 enden und wenden am Dallenbergbad. Während der zweiwöchigen Sperrung gilt der bisher als "Sommerferienfahrplan" bekannte 10-Minuten-Takt inklusive Einstellung der Linien 1 bis 3.

Da auch die Omnibusse nicht die Heuchelhofstraße passieren dürfen und somit einen Umweg fahren müssen, muss mit einer zusätzlichen Fahrtzeit von etwa 16 Minuten gerechnet werden. Außerdem ist nicht immer ein problemfreier Ein- und Ausstieg für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste möglich. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website der WVV.