Straba-Linie 6: Frauenland, Hubland, Universität

Stadtbahn-Linie 6: wichtige Meilensteine

Das Stadtbahnnetz besteht aus 5 Linien. Es ist geplant, eine neue Linie vom Hauptbahnhof über Barbarossaplatz und Residenz durch das Frauenland bis zum Universitätsgelände und dem Leighton-Areal am Hubland zu bauen. Ursprünglich sollte die neue „Stadtbahnlinie 6 Hubland“ bereits zur Landesgartenschau 2018 in Betrieb gehen.[1]

Doch trotz „Vorfahrt“ seitens der Stadt und einer positiven Grundhaltung der Würzburger Bevölkerung gegenüber der Straßenbahn konnte das Projekt leider nur schwer Fortschritte erzielen.[2][3][4] Das Planfeststellungsverfahren wurde im Dezember 2020 abgeschlossen.[5] Klagen gegen die Straba-Linie 6 wurden vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof im August 2022 zurückgewiesen. Damit war der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig. Nach Durchführung des städtebaulichen Wettbewerbs im Folgejahr konnte die Stadt Würzburg im Januar 2025 den Auftrag für die Planung der städtebaulichen Begleitmaßnahmen vergeben. Ein Abschluss der Ausführungsplanung einschließlich der Kostenberechnung wurde für Herbst 2025 erwartet.[6]

Für 2026 ist der Beginn der sogenannten Spartenverlegungen vorgesehen, also die notwendige Verlagerung von Versorgungsleitungen entlang der künftigen Trasse. Der eigentliche Baubeginn der Linie 6 ist für 2027 geplant, deren Durchführungsdauer auf 3 bis 5 Jahre geschätzt wird.[6]

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Stadtbahn-Linie 6: Linienführung


Das Liniennetz der Würzburger Straßenbahn mit der Linie 6

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Was spricht für die Straßenbahn und gegen den Bus?

Studien haben ergeben, dass die Menschen die Bahn dem Bus vorziehen. Etwa doppelt so viele Menschen nutzen den ÖPNV, wenn Bahnen fahren – selbst wenn die Fußwege zu den Stadtbahn-Haltestellen länger sein sollten als beim Bus.[7] Als Beispiel sei die Linie 5 zum Heuchelhof genannt. Obwohl die Omnibusse den Stadtteil sehr gut bedienten, inklusive einem Schnellbus direkt aus der Stadtmitte, verdoppelte sich die Fahrgastzahl erst mit der Stadtbahn.[8] Überhaupt erlebt die Straßenbahn weltweit eine Renaissance und auch zahlreiche deutsche Städte führen die Bahn wieder ein.[9] Überall dort, wo sie verkehrt, gewinnt die Stadt an Wert und Flair[8] und ist ein Motor für eine nachhaltige Stadtentwicklung.[10]

Gegen den Busbetrieb – egal ob elektrischer Antrieb oder mit Verbrennungsmotor – spricht die starke Abnutzung der Straße. Ein gut besetzter Bus setzt der Straße so zu wie 100.000 Pkw. Ein Stadtbahnzug ersetzt zwei Gelenkbusse, damit werden die Personalkosten halbiert. Zwar sind die Bahnen in der Beschaffung teurer als Busse, sind dann aber 30 bis 40 Jahre in Betrieb. In dieser Zeit verschleißen drei bis vier Busgenerationen.[8] Auch die hohen Investitionen in die Infrastruktur zahlen sich langfristig aus, weil die neuesten Fahrzeuggenerationen äußerst energiesparend und effizient sind.[9] Zu guter Letzt muss erwähnt werden, dass eine Stadtbahn ihren eigenen Gleiskörper und damit immer freie Fahrt hat. Busse müssen sich die Straße meist mit dem Individualverkehr teilen und stecken zu Stoßzeiten im Stau.

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Quellenangaben

  1. „Ohne Straßenbahn zur Landesgartenschau“, Mainpost, 18.06.2013.
  2. „Massiver Rückschlag für Linie 6“, Mainpost, 7.09.2012.
  3. „Linie 6: Stadträte streiten wieder ums Geld“, Mainpost, 28.01.2014.
  4. „Sand im Getriebe der Hublandlinie“, Mainpost, 25.04.2018.
  5. „Würzburg: Neue Straßenbahnlinie 6 soll 2027 in Betrieb gehen“, BR.de, 23.04.2021.
  6. „Die Straßenbahn ins Frauenland & Hubland“, WVV-Website, abgerufen am 23.12.2025.
  7. Thomas Naumann: „Würzburg: Stadtbahn Frauenland – Universität in den Startlöchern“, Stadtverkehr 10/07, S. 23-29.
  8. Thomas Naumann: „Aufbruch am Main“, Straßenbahn-Magazin 9/09, S. 14-27.
  9. „Das Comeback der Straßenbahn“, Wirtschaftswoche, 05.08.2009.
  10. „Äußerst beliebt“ in: „Die Straßenbahn ins Frauenland & Hubland“, Website der WVV, abgerufen am 16.03.2023.

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