News zur Würzburger Straßenbahn

Website-Updates — 09.11.2014

Die ereignisreichen Monate bei der WSB animierten mich, die Rubrik "Geschichte" zu aktualisieren. Ab der Unterüberschrift "Wegweisende Ereignisse ab 2009" wurde alles neu geschrieben. Ich gehe auf die geplanten Erweiterungen des Streckennetzes in Grombühl und zum Hubland, auf die Stilllegung des eingleisigen Abschnitts durch Heidingsfeld und natürlich auf den Gastauftritt der finnischen Artic Tram ein. Zudem fühlte ich mich bewegt, unter "Zukunftsaussichten für die Würzburger Straßenbahn" auf die Notwendigkeit hinzuweisen, weiterhin großzügig und überlegt in die Würzburger Straßenbahn zu investieren, um der Stadtbahn eine sichere Zukunft zu schenken. Außerdem erfuhr das Video über die Artic Tram ein Update. Es kamen weitere 10 Minuten Filmmaterial hinzu.


Ausführlicher Bericht über die Artic Tram — 02.11.2014

Nachdem sich der Trubel um die finnische Straßenbahn etwas gelegt hatte, fand ich Zeit, meine Eindrücke von dem Gastfahrzeug niederzuschreiben. Der Bericht über die Artic Tram wurde umfangreicher als erwartet, ist aber hoffentlich nicht weniger interessant.


Videofilm über die Artic Tram — 16.10.2014


Seit der Anlieferung der Artic Tram in Würzburg sind zwei Wochen vergangen. In den ersten neun Tagen wurde ein umfangreiches Testprogramm abgespult. Von den Versuchsfahrten konnte ich trotz hervorragender Unterstützung interner Straßenbahnfans nur wenige Male die Artic Tram vor die Linse bekommen — zu spontan fielen die Entscheidungen zum Ausrücken und die Bestimmung der Route für die Tests. Seit dem 13. Oktober fährt die Straßenbahn aus Finnland allerdings im regulären Verkehr auf den Linien 1 und 4; entsprechend wuchs der Videofilm auf eine Länge von rund 15 Minuten an. Das Fahrzeug hat im Vergleich zu den hiesigen Strabas einige Vorzüge und besondere Features, die ich in diesem Film vorstelle.

Filminhalt:

  • 00:00 — Anlieferung der Artic Tram
  • 01:53 — Aufnahmen während der Testfahrten
  • 04:51 — Die Artic Tram im regulären Betrieb
  • 06:17 — Innenaufnahmen vom Fahrgastbereich
  • 08:40 — Der Fahrerarbeitsplatz
  • 11:03 — Exzellente Laufruhe
  • 12:50 — Schneller Austausch beschädigter Elemente
  • 13:38 — Resümee

Video von der Artic Tram in besserer Qualität (720p-Auflösung)


Artic Tram aus Helsinki zu Gast in Würzburg — 01.10.2014

Artic Tram im Sanderauer Betriebshof. - Copyright: André WerskeDie Verkehrsbetriebe Helsinki bestellten beim Hersteller "Transtech Oy" 40 Niederflurstraßenbahnen vom Typ "Artic Tram". Eine davon wurde auf der internationalen Bahnmesse "InnoTrans 2014" in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert. Anschließend wird das Fahrzeug direkt nach Würzburg transportiert, um bei der Würzburger Straßenbahn Versuchsfahrten zu absolvieren.

Dass gerade die Würzburger Straßenbahn für umfangreiche Testfahrten ausgewählt wurde, ist kein Zufall. Das Straßenbahnnetz der WSB ähnelt dem der Verkehrsbetriebe Helsinki: Enge Kurven und große Steigungen bestimmen das Gleisbild — ein hartes Terrain für die Fahrzeuge. Hier kann die WSB mit dem nötigen Know-how und einem reichen Erfahrungsschatz punkten.

Transtech entwickelte speziell für solche Einsatzorte die Artic Tram. Neuartige, frei drehbare Fahrgestelle sollen selbst in engen Kurven und bei starken Steigungen für einen besonders ruhigen Lauf sorgen. Gleichzeitig erlaubt die Konstruktion der Drehgestelle einen durchgängig niederflurigen Fahrgastbereich. Ein dreistufiges Dämpfungssystem zwischen den einzelnen Fahrzeugsektionen verhindert das Schlingern in den Kurven. Nicht nur die Fahrgäste profitieren von der hohen Fahrqualität. Auch die Gleise und der Oberbau werden bestmöglich geschont.

Die Artic Tram wird etwa vier Wochen in Würzburg weilen. In den ersten Tagen muss die Straßenbahn auf das Würzburger Streckennetz vorbereitet und das Personal für das Fahrzeug geschult werden. Voraussichtlich ab dem 13. Oktober darf sich auch die Öffentlichkeit zwei Wochen lang von den Vorzügen der Artic Tram überzeugen. Für die Mitfahrt ist ein gültiger Fahrschein nötig. Einsatzgebiete sind die Strecken der Linien 1 und 4. Natürlich freut sich die WSB über Ihr Feedback. Dafür liegen Postkarten aus, auf denen man sich zur Gestaltung der Fahrgasträume, zur Fahrqualität, zum Design der Züge und zu anderen Punkten äußern kann.

Nach den Testfahrten wird die Artic Tram wieder nach Helsinki transportiert. Zurück bleiben jede Menge Erfahrungen, die bei einer künftigen Fahrzeugbeschaffung berücksichtigt werden sollen. Bestimmt wird dieses einmalige Ereignis nicht nur Straßenbahnfreunde begeistern. Lassen Sie sich die Gelegenheit für eine Probefahrt mit der Artic Tram nicht entgehen!

Weitere Informationen:


Meine Fahrt mit der Partybahn — 06.09.2014

Partybahn in Grombühl. - Copyright: André WerskeLange, wirklich lange ist es her: Als ich noch in die Grundschule ging, hatte unsere Klasse eine Fahrt mit dem Straba-Oldie gewonnen. Heute hatte ich wieder die Ehre, mit der Partybahn zu gondeln — eine Fahrt extra für mich! Zu meiner großen Begeisterung spendierte mir die WVV als Anerkennung für meine "Inoffizielle Website der Würzburger Straßenbahn" diese Fahrt. Ganz, ganz klasse! Vielen herzlichen Dank dafür! Sie haben mir, meinen Freunden und meinem Arbeitskollegen eine große Freude gemacht.

Natürlich kamen heute jede Menge Fotos und Videoclips zusammen. Sobald ich den Film über die Partybahn fertig habe, wird er selbstverständlich an dieser Stelle veröffentlicht. Das Bildmaterial ist bereits in der Fotodatenbank zu sehen — natürlich auch in Full-HD-Auflösung. Schaut doch mal rein!


Bauarbeiten verlängern sich — 28.08.2014

Eigentlich sollte der provisorische Busbetrieb zwischen Dallenbergbad und Rottenbauer auf der Linie 5 nur bis zum 31. August dauern. Aus bautechnischen Gründen wird der Straßenbahnverkehr jedoch erst zum ersten Schultag, am 16. September, wieder komplett aufgenommen werden. Busse halten also vorerst weiterhin in der Wenzelstraße statt an der Haltestelle "Reuterstraße".


Umfangreiche Bauarbeiten am Stadtbahnnetz — 01.08.2014


Erfreulicherweise investiert die Würzburger Straßenbahn derzeit viel, um ihr Stadtbahnnetz zu modernisieren. Die größte Baustelle befindet sich in Heidingsfeld im Umkreis der Haltestelle "Reuterstraße". Dort werden die zum Teil 25 Jahre alten, verschlissenen Gleise ausgetauscht. Gleichzeitig fällt die mittlere Haltestelle samt Überdachung weg. Diese ist nicht mehr nötig, da die ehemalige Linienführung zum Ostbahnhof bereits vor Jahren eingestellt wurde. Fahrgäste müssen an der provisorischen Haltestelle in der Wenzelstraße in die Busse einsteigen. Am Dallenbergbad enden im ganzen August die Straßenbahnzüge. Fahrgäste in Richtung Heidingsfeld, Heuchelhof und Rottenbauer müssen dort in Gelenkbusse umsteigen.

Zwischen Madrider Ring und Athener Ring werden ebenso abgenutzte Gleise und Weichen ausgetauscht. Ab dem 4. August ist für 14 Tage die Straße für den Individualverkehr gesperrt. Autofahrer in Richtung Rottenbauer müssen den Umweg über die Berner Straße in Kauf nehmen.

Entlang aller Baustellen modernisiert man auch die Haltestellen. Bröckelnde Bahnsteigkanten gehören bald der Vergangenheit an. Außerdem werden sie behindertengerechter ausgeführt — taktil und akustisch.

Nachfolgend ist das aktuelle Streckennetz zu sehen. Die roten Kreise zeigen, wo sich die Baustellen befinden. Klicken Sie auf die Kreise, um Fotos von den Modernisierungsmaßnahmen zu sehen. Während der Bauzeit wird die Bildergalerie kontinuierlich ergänzt.

Baustellen 2014 Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle Baustelle


Eingeschränkter Straßenbahnbetrieb wegen Baustellen — 27.07.2014

Vom 30. Juli bis 31. August werden einige Haltestellen entlang der Linien 3 und 5 modernisiert. Ebenso finden umfangreichere Gleisbauarbeiten statt. Die Straßenbahnen müssen während der Bauarbeiten bereits am Dallenbergbad wenden. Zwischen Dallenbergbad und Heuchelhof bzw. Rottenbauer setzt die WSB Busse ein. Nähere Informationen stellt die WVV auf ihrer Website bereit. (siehe auch Pressearchiv)


Sommerferien-Fahrplan — 27.07.2014

Während der Sommerferien wird der Straßenbahnbetrieb eingeschränkt. Es verkehren in dieser Zeit nur die Linien 4 und 5, tagsüber im 10-Minuten-Takt. Weitere Informationen sind auf der Website der WVV zu finden. (Fahrplan-Download)


Neue Fotos von DüWag-Fahrzeugen — 27.07.2014

Nur zu Schulzeiten setzt die WSB die guten alten DüWag-Fahrzeuge als Verstärkung ein. Da aber bald die Schulferien beginnen, nutzte ich die Gelegenheit, vorher noch ein paar Fotos von den GTW-D8-Bahnen aufzunehmen.


Ergänzung des Videos über die Würzburger Straßenbahn — 22.05.2014

In den vergangenen Tagen erweiterte ich die bisherige Dokumentation über die Würzburger Straßenbahn um einen Vorspann, der einen kleinen Überblick über die Stadt und die WSB gibt. Endlich hielt auch der Schoppenexpress Einzug. Außerdem kamen zwei besondere Vorkommnisse an der Wendeschleife am Hauptbahnhof hinzu. Zu guter Letzt kommen Düwag-Freunde in den Genuss von zusätzlichen Aufnahmen von den GTW-D8-Fahrzeugen. Damit ist mein Videoprojekt vorerst abgeschlossen. Ich hoffe, dass Ihnen die neue Fassung gut gefällt und wünsche viel Spaß beim Ansehen des gut 30-minütigen Videos.

Video-Dokumentation starten


Videofilm über die Würzburger Straßenbahn — 23.04.2014

In den letzten Wochen habe ich eine 28-minütige Video-Dokumentation über die Würzburger Straßenbahn erstellt, die nun online geht. Es ist eine Reise durch das Liniennetz der Würzburger Straßenbahn, die in Rottenbauer beginnt und via Heuchelhof, Heidingsfeld, Altstadt und Grombühl in die Zellerau führt. Im Video gehe ich auf die verschiedenen Fahrzeugtypen ein, inklusive Schienenpflegewagen und Elektrolokomotive. Ein besonderes Highlight ist natürlich die Steilstrecke zwischen Heuchelhof und Heidingsfeld.


Schienenbauarbeiten entlang der unteren Juliuspromenade — 07.03.2014

Umfangreiche Gleisbauarbeiten entlang der unteren Juliuspromenade.Entlang der unteren Juliuspromenade finden derzeit umfangreiche Gleisbauarbeiten statt. An folgenden Wochenenden verkehren keine Straßenbahnen in die Zellerau, stattdessen ist jedoch ein Schienenersatzverkehr mit Omnibussen vorgesehen: von Freitag, 07.03.14 ab 20:00 Uhr bis Sonntag, 09.03.14 Betriebsende.


Geänderte Linienführungen zur Faschingszeit — 06.03.2014

Wie jedes Jahr muss die Linienführung der Straßenbahnen wegen den Faschingsveranstaltungen geändert werden. Am 22. Februar fanden der "Sturm auf's Rathaus" und ein Kinderfasching statt. Die Straßenbahnen pendelten während dieser Zeit zwischen Rottenbauer und der Sanderau. An der provisorisch eingerichteten Ersatzhaltestelle am Sanderglacis (Sanderring) konnten die Fahrgäste, die zum Hauptbahnhof wollten, in Ersatzbusse umsteigen. Wegen dem Heidingsfelder Faschingszug am 4. März mussten die Bahnen aus der Stadt kommend bereits am Dallenbergbad wenden. Ersatzbusse beförderten die Fahrgäste hinauf zu den Stadtteilen Heuchelhof und Rottenbauer. Während dem großen Würzburger Faschingszug am letzten Sonntag fuhr die Straba nur zwischen Rottenbauer und Dallenbergbad, was zwar im nachfolgenden Video nicht zu sehen ist, dafür aber letztes Jahr aufgenommen wurde.


Die Projekte der WSB — eine aktuelle Bestandsaufnahme — 02.02.2014

Finanzielle Probleme bei manchen Straßenbahnbetrieben in Deutschland

Während europaweit — und insbesondere in Frankreich — die Straßenbahn auf dem Vormarsch ist, ziehen in Deutschland zunehmend düstere Wolken über den Straßenbahnbetrieben auf. Besonders kritisch sieht die Lage derzeit im Bundesland Nordrhein-Westfalen aus. "Massive Finanzlöcher stellen nicht nur Tramstrecken, sondern auch U-/Stadtbahnen in Frage. Der Sanierungsbedarf bei Infrastruktur und Fahrzeugen ist enorm."[1] Mühlheim an der Ruhr liebäugelt seit 2010 mit dem Gedanken einer Verkehrsumstellung auf Omnibusse. Tatsächlich wurden zwischenzeitlich erste Straßenbahn-Streckenabschnitte stillgelegt, um Sanierungskosten zu sparen. Auch in Essen und Duisburg sieht die Lage finster aus.[1]

Angesichts der finanziellen Herausforderungen blickt man natürlich gespannt auf den Würzburger Straßenbahnbetrieb, gerade auch, weil die "Linie 6" zum Stadtteil Hubland weiterhin auf sich warten lässt. Daher möchte ich an dieser Stelle über die aktuelle und zukünftige Entwicklung der WSB eingehen.

Endgültige Streckenstilllegung durch den Altort Heidingsfeld

2013 wurde der eingleisige Streckenabschnitt durch den Altort Heidingsfeld endgültig stillgelegt. Die als unsicher eingestuften Oberleitungsmasten rund um den Ostbahnhof hätten kostspielig ersetzt werden müssen. Da aber die Strecke sowieso bereits seit zehn Jahren nicht mehr für den Planverkehr genutzt wurde, war es nur konsequent, sich die Kosten für neue Masten zu sparen.

Streckenverlängerung in Grombühl erneut verschoben

Besorgnis erregte die Tatsache, dass die WVV für 2012 erstmals ein Defizit von 700.000 Euro vermelden musste, was leider zu Verschiebungen von Bauprojekten führen könnte und wohl auch schon tut.[2] Seit mehr als drei Jahren soll die Straßenbahnstrecke im Stadtteil Grombühl um 1,3 Kilometer entlang der erweiterten Unikliniken verlängert werden. Planungsunsicherheiten mit dem Versorgungstunnel der Universität und die Finanzierungsungewissheiten verzögern den Baubeginn auf frühestens 2015. Dennoch bezeichnet WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer dieses Projekt als am weitesten gediehen. Die Investitionssumme wird mit knapp 28 Millionen Euro angegeben, wobei 15,3 Millionen über staatliche Fördergelder getragen werden sollen.[3]

Umbau des Bahnhofsvorplatzes — immer noch kein Starttermin in Sicht

Das zweite von drei Schlüsselprojekten ist der Umbau der seit 20 Jahren bestehenden, provisorischen Haltestellensituation am Hauptbahnhof. Nach dem Bürgerentscheid gegen ein großes Einkaufszentrum am Hauptbahnhof im Dezember 2006 bleibt das Thema Jahr für Jahr ein Dauerbrenner.[4] Anfang 2012 hieß es zum Umbau der Haltestellen: "Innerhalb eines Jahres werde man das Planfeststellungsverfahren für die Maßnahme durchlaufen und Baurecht haben."[2] Leider waren bis Ende 2013 noch nicht einmal die Bauplanungsunterlagen erstellt. Erst dann könne ein Planfeststellungsverfahren beantragt werden.[2] WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer gab im Januar 2014 bekannt: "Das Planfeststellungsverfahren sei noch nicht eingereicht, so dass Förderung, Bau und Inbetriebnahme der barrierefreien Haltestellen noch völlig offen seien."[3] Somit wird sich auch der barrierefreie Umbau der Haltestellen am Hauptbahnhof und am Berliner Platz sowie die Trassenverlegung zwischen den beiden Haltestellen auf unbekannt verzögern. Von den 21,6 Millionen Euro Gesamtkosten sollen 10,4 Millionen durch staatliche Fördergelder bezuschusst werden.[3]

Linie 6 — Streit ums Geld könnte Großprojekt kippen

Das mit Abstand größte Neubauvorhaben der WSB ist die "Linie 6", der Bau einer Straßenbahnverbindung durch den Stadtteil Frauenland entlang des Universitätsgeländes zum Stadtteil Hubland. Bereits seit Jahren stoßen die bestehenden Busverbindungen an ihre Kapazitätsgrenze. Die zu Stoßzeiten völlig überfüllten Busse sorgten bereits in den Medien für Negativschlagzeilen.[5] Da der Stadtteil Hubland in den nächsten Jahren wachsen wird, ist es dringend notwendig, die Busse durch Straßenbahnen mit viel höheren Transportkapazitäten zu ersetzen. Doch in den vergangenen Jahren hat die WSB bei ihren Planungen wohl zu wenig Rücksicht "auf städtebauliche Belange, Eigentumsrechte von Anliegern oder auch Aspekte der Nachfrage" genommen.[2] Entsprechend hagelte es 447 Einwendungen — die meisten betreffen den 1,2 Kilometer langen Abschnitt durch das Frauenland. Es müssen nun umfassende Umplanungen an der Trassierung erfolgen.[2] Das Ende des nächsten Planfeststellungsverfahrens werde sich wohl bis Anfang 2015 hinziehen. Wann das Baurecht für die fünf Kilometer lange "Linie 6" erteilt werden wird, steht derzeit in den Sternen. Bis Ende 2012 seien bereits 3,8 Millionen Euro in die Planungen geflossen. Das Projekt "Linie 6" wird mit 86,4 Millionen Euro beziffert, wobei mit rund 56,6 Millionen Euro an Fördergeldern gerechnet wird.[3]

Eine Alternative zur Straßenbahn wären große Busse mit bis zu 193 Fahrgastplätzen. Auch wurde der Vorschlag eingebracht, auf neue Hybridtechniken zu setzen, um den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Doch "Elektro- und Hybridbusse verlangten nach gut geschultem Werkstattpersonal und einer komplett neuen Ausstattung" und seien "nicht der Weisheit letzter Schluss".[6]

Neue Straßenbahnzüge notwendig

Für die geplante Linie 6 müsste die Würzburger Straßenbahn 10 zusätzliche neue Züge kaufen. Außerdem ist es an der Zeit, alle 39 Fahrzeuge (zumindest vom Typ GTW-D8 und GT-E, aber offensichtlich auch die der Baureihe GT-N) durch barrierefreie Wagen auszutauschen. Gemäß WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer sei der Austausch "dringend notwendig"[3], immerhin habe der Fuhrpark ein durchschnittliches Alter von 23 Jahren. Zuerst einmal sei eine europaweite Ausschreibung notwendig. Die Bauzeit der Züge wird mit zwei Jahren veranschlagt, weitere drei bis fünf Jahre benötigen die Anpassungen an Würzburger Bedingungen — hier sei vor allem das Stichwort "Steilstreckentauglichkeit" genannt. Die Kosten für die neuen Stadtbahnzüge werden auf etwa 20 Millionen Euro geschätzt — was aber unrealistisch niedrig anmutet. Inwieweit Fördergelder für eine finanzielle Entlastung bereitgestellt werden könnten, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.[3]

Fazit

Angesichts knapper Kassen und die notwendige Querfinanzierung der Straßenbahn durch andere Einnahmequellen der WVV sind alle Bauvorhaben auf einmal kaum zu bewerkstelligen. Ein richtiger Schritt wäre die konsequente und vor allem zügige Umsetzung der dringendsten Bauvorhaben — sprich: Erweiterung der Grombühllinie, die Umgestaltung der Haltestellen am Hauptbahnhof und die Trassenverlegung in Richtung Berliner Ring. Wichtig ist natürlich die Pflege des Bestandsnetzes, für das ebenfalls jährlich Kosten anfallen, die an dieser Stelle noch gar nicht erwähnt wurden. Die Erschließung des Frauenlands und Hublands mit Straßenbahnzügen wäre natürlich die Kür, wenn es nicht zu Lasten des Bestandsnetzes gehen würde. Es bleibt jedenfalls zu hoffen, dass die Straßenbahn bzw. Stadtbahn in Würzburg auch auf lange Sicht hin nicht vom Rotstift heimgesucht wird. Nach oben scrollen

Quellenangaben

  1. Martin Pabst: "Es wird kritisch … Sorgen um Stadt- und Straßenbahnen in Nordrhein-Westfalen", Strassenbahn Jahrbuch 2014, Strassenbahn Magazin Special Nr. 26, Seite 10.
  2. Norbert Kuschinski: "Chronik Deutschland. Die aktuelle Lage bei den Betrieben — Würzburg", Strassenbahn Jahrbuch 2014, Strassenbahn Magazin Special Nr. 26, Seite 62-63.
  3. "Viel Geld für Würzburgs Straba-Projekte", Mainpost, 28.01.2014.
  4. "Die Arcaden-Abstimmung", Website "Würzburcher", abgerufen am 02.02.2014.
  5. "Busse ins Hubland überlastet", Mainpost, 18.10.2011.
  6. "Linie 6: Stadträte streiten wieder ums Geld", Mainpost, 28.01.2014.